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Donnerstag, April 18, 2024

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Intel ohne Optane

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Jetzt ist es offiziell: Intel gibt Optane auf. Im Earnings-Call letzte Woche bestätigte das Board den Ausstieg aus dem PMEM-Geschäft.

Pat Gelsinger, CEO der Intel Corporation, erläuterte im Earnings Call die Finanzergebnisse des zweiten Quartals im Geschäftsjahr 2022: „Erstens haben wir unseren Fokus im zweiten Quartal weiter geschärft, indem wir unser Drohnengeschäft verkauft und die schwierige Entscheidung getroffen haben, unsere Bemühungen im Bereich Optane zu beenden, während wir CXL einführen, einen Standard, bei dem die Intel Corporation Pionierarbeit geleistet hat. Dies kommt zu den Maßnahmen hinzu, die wir letztes Jahr im Bereich NAND mit dem Verkauf von McAfee ergriffen haben. Insgesamt haben wir uns seit meiner Rückkehr aus sechs Geschäftsbereichen zurückgezogen und damit rund 1,5 Milliarden US-Dollar für Investitionen im Rahmen unserer IDM 2.0-Strategie bereitgestellt.“

David Zinsner, Chief Financial Officer bei Intel, führte weiter aus „Auf höchster Ebene sehe ich Möglichkeiten zur Verbesserung in zwei Bereichen. Erstens müssen wir sicherstellen, dass wir unser Kapital für die Programme einsetzen, die klar auf unsere überarbeitete Geschäftsstrategie abgestimmt sind und unseren Aktionären langfristig maximalen Wert bringen. Wie Pat erwähnte, sind zwei gute Beispiele für die weitere Optimierung unseres Portfolios der Ausstieg aus dem Optane- und dem Drohnengeschäft. Wir werden weiterhin alle Möglichkeiten gründlich prüfen, um unsere Ressourcen enger auf die Programme mit dem höchsten Wert zu fokussieren und die Erfolgswahrscheinlichkeit für jedes dieser Programme zu erhöhen.“

Die Äußerungen beider Board-Mitglieder lassen vermuten, dass es mittelfristig weitere Maßnahmen geben wird. Nachdem die Aktie des Unternehmens in Erwartung der Quartalsergebnisse kurzzeitig etwas an Wert gewann, fiel der Kurs nach Bekanntgabe sofort wieder auf das niedrigere Niveau zurück.

Quo Vadis, PMEM?

Nach Micron zieht sich nun also auch Intel aus dem einst vielversprechenden Markt zurück. Vor allem Datenbanken und IaaS-Anbieter setzten in den letzten Monaten zunehmend auf den nicht-volatilen Speicher nahe am Prozessor. Seit 2020 nahm nach Intel-eigenen Angaben die Zahl der PoCs merklich zu. Neben der Nutzung in In-Memory-Datenbanken erfreute sich PMEM oder Storage Class Memory (SM) auch in den für Datenbank Manager bzw. Storage Engines unerlässlichen Key Value Stores zunehmender Beleibtheit. Auch KI- und Analytics-Anwendungen vertrauen auf die geringe Latenz im Storage-Class-Memory. Zu den bekanntesten Nutzern zählen SAP Hana, Hazelcast, Redis oder GridGain. Herstellerseitig bauten vor allem HP und Dell aber auch Supermicro spezielle Storage- und Serversysteme mit SCM.

Als Anbieter für SCM bleibt derzeit nur KIOXIA übrig. Wo die Reise hingeht, bleibt abzuwarten. Ob sich spezielle Prozessoren wie der XDP von PLiOPS oder neue Storage-Tiers wie die Z-SSD von Samsung durchsetzen, hängt sicher auch immer vom jeweiligen Einsatzgebiet ab. Eines wissen wir aber ganz genau: Auch CXL braucht sowohl Prozessoren als auch Speicher, um seine Stärke auszuspielen.

Kerstin Mende-Stief
Kerstin Mende-Stief
Publisher & Editor in Chief data-disrupted.de | Analyst | Ghost Writer | Tech Doku & Translations @ mende.media for B2B ICT only, open source first | Cocktail Mixer | House Electrician | cat herder

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