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Mittwoch, April 24, 2024

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Bessere Margen und zufriedenere Kunden mit nutzungsabhängiger Preisgestaltung

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Abrechnungsmodelle auf Basis von Nutzerzahlen oder Flat Rates haben ein Problem. Eigentlich sind es sogar viele Probleme. Sie werden weder dem aktuellen Stand der Technik gerecht noch können sie die Ansprüche moderner Unternehmen erfüllen. Auf jeden Fall zahlt bei diesen Modellen immer einer drauf – meist der Kunde.

We can meter everything

Puneet Gupta während der ITPT #48 in San Francisco

Dieses Versprechen gibt Puneet Gupta, Gründer und CEO von Amberflo.io, seinen Kunden. Und er weiß, wovon er spricht. Puneet verantwortete u. a. die Inkubation und Einführung neuer Tier-1-AWS-Services wie den Amazon CloudSearch und die Entwicklung nutzungsbasierter Preis- und Geschäftsmodelle für neue Dienste in der Amazon-Cloud sowie den Aufbau von Cloud-Metering und nutzungsbasierten Preis- und Abrechnungsdiensten als gemeinsame Serviceplattform bei Oracle. Mit seinem Startup Amberflo entwickelt der innovative Unternehmer eine nutzungsbasierte Preis- und Abrechnungsplattform für Unternehmen, vor allem Service Provider und SaaS-Anbieter.

Denn sie wissen nicht, was sie abrechnen

Metering ist das Rückgrat des Internet- und Cloud-Betriebes. Doch das ist nicht so einfach. Was ist wichtig und soll gemessen werden? Welche Daten müssen dafür wie erfasst werden? Wie erfolgt die Auswertung? Dazu müssen Grundlagen geschaffen und Ziele definiert werden.

Viele Unternehmen scheuen den Aufwand. Es ist ja viel einfacher, Hardware nachzuschießen (Overprovisioning), den Kunden Nutzer bzw. Arbeitsplätze zählen zu lassen oder den eigenen Verbrauch durch die Anzahl der Kunden zu teilen und mit einem Faktor π*👍 zu multiplizieren.

Über die Folgen von Over- oder auch Underprovisioning gibt es nicht viel zu sagen: das eine kostet unnötig Geld und ist wenig nachhaltig. Das andere hinterlässt unzufriedene Anwender.

Auslaufmodell Flat Rate

Über Flat Rates lässt sich da schon mehr erzählen. Vor Jahren von Service Providern und Telcos eingeführt, versprachen sie ihren Kunden Planungs- und Kalkulationssicherheit. Dabei waren die wenigsten Flat Rates echt. Für leased lines war es ja noch einfach. Da konnte man berechnen, was theoretisch im Monat durch die Leitung passt und hat das als Berechnungsgrundlage genommen. Allerdings nutzten nur sehr wenige Kunden sehr selten die volle Bandbreite 7x24x365 aus. Einfach ist die Flat Rate immer nur für den Anbieter, der den Verbrauch nicht mehr genau messen muss. Was auch nicht immer funktioniert. Zum Beispiel bei Mobiltelefonen. Zwar könnte man dort auch davon ausgehen, wie viele Minuten ein Teilnehmer im Monat theoretisch telefonieren kann, aber das würde kein Kunde bezahlen wollen. Also erfand man das Burst-Modell. Da ging man von einem realistischen Durschschnittsverbrauch aus und wer mehr verbrauchte, zahlte. Das war immer noch einfacher zu messen und abzurechnen, als jeden User überall rund um die Uhr sekundengenau zu beobachten. Außerdem war Speicherplatz damals noch teuer und den wollte man nicht für schier unendliche Mengen an Abrechnungsdaten verschwenden.

Vorkasse, bitte!

Mit Software as a Service (SaaS) kam eine neue Art Flat Rate ins Spiel: die Abrechnung auf Nutzerbasis. Statt aufwendig die tatsächlichen Anwender zu zählen, erfanden die SaaS-Anbieter Staffelpreise. Das funktioniert einigermaßen gut, wenn man nur ein User ist oder als Unternehmen tatsächlich exakt die in der Staffel enthaltene Anzahl Mitarbeiter beschäftigt. Auf tiefgreifende Analysen kann verzichtet werden – sowohl des Bedarfs als auch der zugrunde liegenden Kosten. Ausgebaut wird oft erst, wenn die ersten Kunden sich über die Performance beschweren.

Ebenso dürfen vom Durchschnittskunden keine allzu großen Ansprüche an den jeweils enthaltenen Funktionsumfang gestellt werden. Sinnvolle Optionen gibt es meist nur für Enterprise-Kunden, die dann wieder individuell kalkuliert werden – wahrscheinlich auf Basis der gleichen Glaskugel wie für die Standardpakete.

Kassiert wird in der Regel im Voraus. Damit es sich für den Anbieter lohnt, gerne gleich für das ganze Jahr. Eine Motivation, die tatsächliche Nutzung oder den tatsächlichen Verbrauch eines Produkts zu messen und nachzuvollziehen, haben viele SaaS-Anbieter so erst recht nicht.

Bis die Blase platzt

Sowohl Flat Rates als auch User based Abrechnungsmodelle sehen sich früher oder später in einer Preisspirale Richtung Nulllinie gefangen. Schuld sind die Anbieter selbst. Die Vernachlässigung des tatsächlichen Bedarfs und das Nichtvorhandensein einer fundierten Abrechnungsgrundlage führen zu hohen Churn Rates und sinkenden Absatzraten. Als Gegenmaßnahmen werden dann gern die Preise reduziert, wodurch dann auch noch der letzte Funken Vertrauen in den Anbieter oder den Service erlischt.

Eine datengestützte, nutzungsabhängige und einheitliche Preisgestaltung kann diesem selbstzerstörerischen Prozess entgegen wirken. Der Erfolg von Unternehmen wie AWS basiert genau darauf.

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Der Wandel wird branchenweit durch nutzungsabhängige Preise angetrieben und universell sein.

Vertrauen als USP

Mit zunehmender Verbreitung von Cloud-Technologie ändert sich vieles. Assets sind nicht länger mit festem Kapitalaufwand und linearer Abschreibung verbunden. Serverless Workloads buchen einzelne Prozessorkerne oder GPU-Slices auf Stundenbasis. Daten verteilen sich kostenbewußt über diverse Tiers auf der ganzen Welt. Immer mehr Unternehmen wollen wissen, wofür sie eigentlich jeden Monat so viel Geld bezahlen. Und eigentlich wollen sie sowieso nur für das zahlen, was sie auch nutzen. Es zählt jeder Cent.

Vorsprung durch Messung

Mittlerweile gibt es auch die technische Möglichkeit der feingranularen Erfassung aller Assets, Vorgänge und Funktionen einer Cloud- oder SaaS-Plattform. KI- und ML-gestützte Analysen und Vorhersagen liefern zuverlässige Werte und Ergebnisse. Und Speicherplatz wird auch immer günstiger.

Anbieter wie AWS haben mit der nutzungsbasierten Abrechnung nicht nur das Vertrauen der Kunden gewonnen und damit einen der Grundsteine für organisches Wachstum gelegt. Für das Preismodell muss der Verbrauch exakt gemessen werden können. Hat man diese Daten erst einmal, lassen sich damit auch akkurate Forecasts ableiten – sowohl für die Einnahmen als auch den Bedarf an Ressourcen für eine stabile Infrastruktur. Investitionen können besser geplant, Assets gezielter beschafft, Forecasts zuverlässiger erfüllt werden. Stabile, leistungsfähige Services machen Anwender zufriedener – und loyal. Loyale Kunden sind bereit, auch einen höheren Preis für den besseren Service zu bezahlen. Ein dermaßen solides Fundament überzeugt dann auch wieder Investoren.

Nun ist es für einen Hyperscaler wie AWS ein Leichtes, seine eigene Meß- und Abrechnungsplattform zu entwickeln. Das kann sich jedoch nicht jedes Unternehmen leisten. Hier kommt Amberflo ins Spiel.

Metering by design has to be accurate

Puneet Gupta über den Unterschied von Monitoring und Metering

Amberflo entkoppelt das Metering von allem anderen und schafft so eine wichtige Grundlage für eine akkurate, feingranulare nutzungs- und funktionsabhängige Messung.

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Mit entkoppeltem Metering ist es möglich, unternehmensweit alle Ereignisse aufzunehmen, die es wert sind, verfolgt zu werden.

Die Messung erfolgt komplett agentless über APIs oder Drop-in-SDKs sowie mehrere vorgefertigte Konnektoren zu führenden Front- und Back-End-Anwendungen. Für die Erfassung der Daten hat Amberflo ein eigenes Data Warehouse entwickelt.

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APIs und Drop-in SDKs erleichtern die Erfassung aller Events.

Die Infrastruktur demokratisieren

Neben der Nutzungsdauer von Rechenleistung und Cloud-Speicher werden u. a die Anzahl API-Aufrufe sowie deren Nutzlast und Dauer, die Dauer von Lambda-Funktionen, die Anzahl der Transaktionen jeder Art gemessen. Die Plattform ist Cloud-, System-, Domain-, Service- und Anwendungsagnostisch.

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amberflo.io ist eine vollwertige Mess- und Abrechnungsplattform.

Unternehmen können z. B. mit der Plattform messen, wo welche Workloads welche Ressourcen wie lange beansprucht haben und was es gekostet hat. So lassen sich Rechenleistung oder Speicher effizienter planen oder bestimmten Teilen der Organisation gezielter zuordnen. Vorhandene Systeme werden effektiver genutzt. Funktionen können nutzerfreundlicher entwickelt oder erweitert werden. Produkte und Dienstleistungen können ebenso wie die den Workloads zugrundeliegende Backend-Infrastruktur auf Nutzungsbasis entwickelt werden. Service Provider (CSP) können ihren Kunden detailliertere (und genauere) Rechnungen stellen.

Metering ist keine Überwachung. Metering ist ein Aufzeichnungssystem (System of Record):

  • Was wurde genutzt: Cloud-Ressource, Anwendung, Produkt, Funktion, System, …
  • Wer hat es genutzt: Mitarbeiter, Kunde, System, Abteilung, Team, Projekt, Kostenstelle, Objekt, …
  • Wann und wie lange wurde es genutzt: Zeitpunkt oder Zeitintervall, Dauer der Nutzung
  • Wo wurde es genutzt: Standort der Ressource und/oder des Anwenders, Region, Verfügbarkeitszone, geografische Lage, Koordinate, …
  • Was hat hat es gekostet: Geld, Zeit, Aufwand

Amberflo unterstützt ChatOps. Alarme zu Nutzungs- oder Auslastungsgrenzen können z. B. in Slack ausgeliefert werden. Auch Webhooks zum Auslösen eines nachgelagerten Ereignisses sind möglich. Selbstverständlich gibt es auch eine GUI.

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Mit der GUI können Messpunkte wie API Calls erstellt …
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und angepasst werden. (Quelle: Amberflo.io)

Die Registrierung ist kostenlos, das Preismodell simpel:

Metering Cloud: Abgerechnet wird nach Events. Die Preise starten bei 10 USD für 1 Mio. erfasste Events; ab 1 Mrd. Events sind’s nur noch 4 USD pro Mio. Die erste Million Events im Monat sind kostenlos.

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Im Dashboard der GUI können Provider die aktuelle Auslastung ihrer Kunden sowie eine Prognose auf einen Blick erfassen. (Quelle: Amberflo.io)
Für einen Vergleich: AWS erfasste bis vor ein paar Jahren 2 Mrd. Events – pro Sekunde! Inzwischen dürften es ein paar mehr sein.

Billing Cloud: Hier zählt der in Rechnung gestellte Betrag pro Monat. Bei 1 Mio. USD sind es 0,5% des Rechnungsbetrages, ab 10 Mio. berechnet Amberflo 0,25%. Einmalig sind bei der ersten Abrechnung 10K USD des Rechnungsbetrags frei.

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Rechnungsstellung mit der Billing Cloud von Amberflo (Quelle: Amberflo.io)

Basierend auf den Messergebnissen können Unternehmen genau ausrechnen, was davon weiter berechnet oder einer Kostenstelle zugeordnet werden muss. Fragen zum Verbrauch können in Echtzeit beantwortet werden. Prognosen der Nachfrage können auf die Angebotskurve der Infrastruktur übertragen werden. Eine solche Elastizität kann Unternehmen einen nachhaltigen Wettbewerbsvorteil verschaffen.

Amberflo für CSPs

Verbrauchsmessung ist solide Grundlage für verbrauchsabhängige Preisgestaltung und fundierte Entscheidungen. Faire Preisgestaltung und Abrechnung schaffen Vertrauen. Genaue Nutzungsberichte in Echtzeit sorgen für Transparenz und pünktliche, korrekte Rechnungsstellung bzw. Abrechnung.

Du willst wie ein großer Hyperscaler konsistente, skalierbare Dienste anbieten und abrechnen? Amberflo hat ein Kochbuch dafür:

  1. Verbrauchsmessung einführen
  2. Nutzungsmodell erstellen
  3. Preismodell ableiten

Die hoch skalierbare Cloud Metering & Billing Platform von Amberflow unterstützt dich dabei. Für CSPs gibt es sogar Templates, mit denen sich die Abrechnung nach Vorbildern wie AWS oder Zapier gestalten lässt.


Wir trafen Amberflo-Gründer und CEO Puneet Gupta im Rahmen der IT Press Tour im Januar 2023 in San Francisco.

amberflo puneet gupta
Puneet Gupta, Gründer und CEO von Amberflo
Kerstin Mende-Stief
Kerstin Mende-Stief
Publisher & Editor in Chief data-disrupted.de | Analyst | Ghost Writer | Tech Doku & Translations @ mende.media for B2B ICT only, open source first | Cocktail Mixer | House Electrician | cat herder

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